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Die Gleichzeitigkeit des Seins

Es ist voll an diesem Montagmittag im Seminarraum: Über 160 Menschen drängen sich dicht an dicht und warten gespannt auf die Dinge, die da kommen mögen. Wir stimmen uns auf die gemeinsame Woche unter dem Motto „in Bewegung im Stillstand“ ein. Eigentlich ist alles wie immer: Wir begrüßen einander, sind ein bisschen aufgeregt, schenken uns ein leises Lächeln oder ein „lange nicht gesehen“, fragen uns,  was wir diese Woche wohl gemeinsam erleben werden im Seminar mit so vielen bekannten und unbekannten Gesichtern. In Workshops, gemeinsamen Aktionen, Diskussionen und Impulsen werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir uns die Zukunft vorstellen. Ein respektvoller Umgang miteinander und gut auf sich selbst achten (das Programm ist sehr voll und dieses Mal müssen wir uns selbst versorgen) das nehmen wir uns vor.  Eigentlich wie immer, aber doch so anders: Denn dieses Seminar findet virtuell statt!

 

Dass wir drei Großseminare im FSJ Kultur und FSJ Politik vor ein paar Wochen auf Grund der Covid-19-Pandemie absagen mussten, wollten wir nicht so stehen lassen. So hat sich das 12-köpfige Freiwilligendiensteteam der LKJ Niedersachsen kurzfristig ein Trostpflaster für die Freiwilligen aus FSJ Kultur und FSJ Politik in Niedersachsen und Bremen überlegt: Ein Online-Seminar, für das sich auch prompt über 170 Leute angemeldet haben. Die Teilnahme ist freiwillig, doch die große Nachfrage zeigt: Es ist ein großer Wunsch da, sich wiederzusehen, auszutauschen, kreativ zu werden und auch zu experimentieren. Denn es ist allen Anwesenden klar, dass es nicht auf die gleiche Weise, wie ein analoges Seminar funktionieren kann.

 

Wir entdecken, was tanzen mit Kartographie zu tun hat,  formulieren unsere Fragen an die Welt, debattieren über „Baumarkt oder Demo?“, erfinden die Nachrichten der Zukunft, lernen kreativ zu programmieren, achtsam mit uns zu sein oder unsere Stimme mal anders einzusetzen. An fünf Tagen können sich die Teilnehmenden ihren Seminarablauf selbst zusammenstellen, unser dynamischer Seminarfahrplan zeigt alle wichtigen Programmpunkte an, damit am Ende alle am richtigen Ort landen. Vieles läuft über live Videocalls, anders nebenbei auf digitalen Pinnwänden, während eines Computerspiels oder sogar analog per Post. Per Messenger sind wir up to date, egal wo wir uns gerade befinden und die Morgenpost (eigens für das Seminarthema zusammengestellt) kommt dieses Mal virtuell auf unseren Frühstückstisch. So fehlt uns manchmal zwar ein wenig die Gesellschaft, gleichzeitig freuen wir uns, im eigenen Bett zu schlafen. Wir sind gleichzeitig zu Hause und im Seminar, sitzen auf Norderney, in Göttingen, Wolfsburg oder Meppen und sind doch alle zusammen in einem Raum – die Gleichzeitigkeit des Seins. In Bewegung im Stillstand. Alles ist möglich in dieser besonderen Zeit!

 

Toxt: Julia Wurzel

Bilder: Marie Sommer

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